Die Intervall-Hypoxie-Hyperoxie-Therapie (IHHT)

Es gibt eine weitere Methode, die dazu beitragen kann, die Leistungsfähigkeit zu verbessern. Dabei handelt es sich um einen hocheffektiven Trainingsreiz, der beim Menschen innerhalb der Mitochondrien und Zellen zahlreiche biochemische Prozesse für die Selbstheilung und Regeneration ankurbelt. Diesen Trainingsreiz erhält man durch eine Intervall-Hypoxie-Hyperoxy-Therapie, kurz IHHT genannt.

Bei der IHHT werden die Zellen im Körper trainiert. Wie bereits im Namen enthalten, handelt es sich dabei um eine Sauerstofftherapie. Auch für den medizinischen Laien sollte es nicht schwierig sein zu erkennen, dass Sauerstoff das für das Leben entscheidende Element ist. Ohne Sauerstoff ist auch eine hocheffiziente Energiegewinnung in den Mitochondrien nicht möglich. So hat man berechnet, dass die Mitochondrien bezogen auf ihre Masse zehnmal mehr Energie erzeugen als die Sonne.

Es ist darüber hinaus schon sehr lange bekannt, dass das Inhalieren von sauerstoffarmer Luft zu einer vermehrten Bildung von Mitochondrien führt. Sportler nutzen diesen Effekt, indem sie bewusst in Höhen mit geringem Sauerstoffgehalt trainieren, um ihre sportliche Leistungsfähigkeit zu verbessern. Besonders vor wichtigen Wettkämpfen zieht es viele Sportler zu einem Training ins Hochgebirge. Dabei wird nicht nur die Energieproduktion in den Mitochondrien verbessert, es werden auch mehr rote Blutzellen gebildet. 

Bekannt ist auch eine Sauerstofftherapie, bei der Luft mit einem hohen Anteil an Sauerstoff verabreicht wird. „Neben der Anreicherung des Körpergewebes mit Sauerstoff und der Neubildung von kleinen Blutgefäßen im sauerstoffarmen Gewebe erfolgen unter der hyperbaren Sauerstofftherapie weitere Veränderungen im Körper.“ (1) Die IHHT- vereint beides, hyperbare und hypobare Sauerstofftherapie. Der Patient atmet entspannt im Liegen in zwei Phasen Luft mit unterschiedlicher Sauerstoffkonzentration und trainiert damit seine Zellen. Für ein effektives Zelltraining sind mindestens zwei Trainingseinheiten pro Woche innerhalb von vier Wochen notwendig. Ein biologischer Effekt ist durch die Verbesserung der Energiegewinnung in allen Zellen messbar. Eine Therapiesitzung dauert ca. 45 Minuten. Nach 10 Anwendungen entspricht der erzielte physiologische Effekt dem Training nach einem vierwöchigen Alpenaufenthalt und hält etwa bis zu drei Monate an. Wöchentliche Auffrischungen der Therapie sind sinnvoll, wenn man einen langfristigen Effekt erzielen möchte. Im Übrigen nutzen heute viele Sportler das IHH-Training zur Leistungssteigerung. Die Geräte sind immer verfügbar, die zeitaufwendigen Aufenthalte im Hochgebirge entfallen dadurch.

In Abhängigkeit von der persönlichen Situation ist eine Substitution mit Vitalstoffen sinnvoll, um mit IHHT den gewünschten Anwendungserfolg zu erzielen. Der Erfolg ist nach jeder Behandlung mithilfe medizinischer Auswertungen messbar und nachvollziehbar.

Warum funktioniert die IHH- Therapie?

Mit dem Setzen zweier unterschiedlicher Reize wird erreicht, dass durch die sauerstoffarme Phase überalterte Mitochondrien eliminiert oder regeneriert werden können. Die erhöhte Sauerstoffkonzentration sorgt dafür, dass die Energiegewinnung angekurbelt wird. Dabei steigt die natürliche Produktion von körpereigenem Coenzym Q10, dem Schlüsselmolekül für die Energiegewinnung in allen Zellen, an und der Schutz vor oxidativem Stress verbessert sich.(2)  Es kommt zu einer Stärkung des Immunsystems oder auch zur Aktivierung des Fettstoffwechsels, der die Gewichtsabnahme unterstützt.

Weiterhin können mit der IHHT aber auch eine Vielzahl von medizinischen und nichtmedizinischen Anwendungen durchgeführt werden.

Beispiele hierfür sind  Bluthochdruck,  Übergewicht, Hypercholesterinämie,   obstruktive Lungenerkrankungen, Typ-2-Diabetes, Insulinresistenz,  Verbesserung der Herz-Raten-Variabilität,  Mitochondriale Regeneration,  Verbesserung der mitochondrialen ATP Synthese, Verbesserung / Entlastung des Leber-Stoffwechsels, Verlangsamung des Alterungsprozesses der Haut/Verjüngung der Haut, Müdigkeit, Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens und andere.

Somit kann mit Unterstützung der IHHT eine ganze Reihe von Anwendungen durchgeführt werden, die immer das Ziel haben, die Leistungsfähigkeit zu verbessern. Das Gute daran ist, dass während der Therapie der Erfolg messbar ist und die Parameter für die Therapie den Erfordernissen des Patienten angepasst werden können. Das ist eine effektive Methode mit einem hohen Trainingserfolg, welche die gesundheitliche Gesamtsituation der Patienten verbessert.

Literatur

  1. https://hbo-aachen.de/hbo-therapie/wirkungsweise/ 2018
  2. https://cellgym.de/

Nach meinem Buch: Stress macht Stress: Wie Sie Stress besser verstehen und Ihre Gesundheit stärken können“ 

Die Kraft der Musik für die Gesundheit-Teil 3

Der Nutzen der Musik für die Gesundheit

Der konkrete Nutzen der Musik für die Gesundheit liegt in erster Linie darin, Stress zu reduzieren, Entspannung, Konzentration und Wachheit zu verbessern sowie kognitive Prozesse zu unterstützen. Das ist aber nicht alles. Musik kann auch direkt Heilungsprozesse unterstützen. Das liegt daran, dass Musik in der Lage ist, die Fähigkeit unseres Gehirns zur Anpassung anzuregen. Das nennt man Unterstützung der Neuroplastizität. Diese ist insbesondere dann wichtig, wenn zum Beispiel jemand einen Schlaganfall erlitten hatte. Wegen der guten Neuroplastizität können gesunde Regionen des Gehirns Aufgaben der gestörten Regionen übernehmen. Das bewusste Hören von Musik kann diesen Effekt gut unterstützen.

Wie Untersuchungen gezeigt haben, ist Musizieren bestens geeignet die Hirnaktivität anzuregen. So werden durch das Zusammenspiel von Bewegen, Hören und Planen bei Menschen, die ein Instrument spielen, mehrere Hirnregionen gleichzeitig beansprucht. Interessant ist an dieser Stelle auch die sogenannte Sonifikationstherapie.1 Mittels Sensoren an Armen oder Beinen werden dabei Bewegungen vertont. Dies soll Patienten effektiv unterstützen, bestimmte Abläufe neu zu erlernen. Bei einem Sprachverlust kann  Musik helfen, durch Singen den Zugriff auf die Sprache wieder Stück für Stück zu ermöglichen.

Darüber hinaus ist die Musiktherapie heute in der Medizin eine anerkannte Heilmethode. Sie hilft bei der Wiederherstellung psychischer und körperlicher Gesundheit. So gelingt es mithilfe der Musiktherapie bei Schlaganfall- und Parkinson-Patienten die Grobmotorik und Mobilität zu verbessern. Gute Erfahrungen gibt es für die Musiktherapie bei Patienten mit Essstörungen, Angststörungen, Somatisierungsstörungen und bei Menschen, die unter Depressionen leiden. Therapeutische Erfolge zeigt der Einsatz von Musik auch bei Bluthochdruck. In der Musiktherapie spielt die Musik der Komponisten Bach, Händel und Mozart immer wieder eine große Rolle. Und es ist immer wieder Instrumentalmusik, ruhig und ohne abrupte Wechsel, die sehr wirkungsvoll speziell für die Senkung des Blutdrucks große Bedeutung hat.

Auch das Erlernen eines Musikinstruments hat bei der Heilung von Krankheiten Bedeutung. Es werden Koordination und Emotionen gefördert, Glücksgefühle entstehen und die Patienten werden entspannter. Musizieren fördert die Gesundheit und Lebensfreude. Dabei spielt es keine Rolle, in welchem Alter man ein Instrument erlernt. Auch für Demenzkranke hat Musik eine große Bedeutung. Die Gefühle werden angesprochen und es ist erstaunlich, an was sich Demenzkranke alles erinnern, wenn sie singen. Weil sie mitsingen, erfahren sie ein Glücksgefühl, das sehr wichtig für ihre psychische Stabilität ist.

Besonders für Kinder ist es sinnvoll, sie frühzeitig an Musik heranzuführen.  Es ist nicht nur eine Freizeitaktivität. Durch die komplexen Tätigkeiten wird, wie gezeigt, die Neuroplastizität des Gehirns verbessert. Hiermit werden Lernprozesse effektiver. Auch können immer wiederkehrende Lieder Schreikinder beruhigen.

Die Beschäftigung mit Musik hat nur einen negativen Punkt: Durch das Hören von zu lauter Musik können Hörschäden verursacht werden. Leider wird dieser Fakt gerade auf Partys, großen Volksfesten und auch bei Fans der Techno Musik kaum beherzigt. Dennoch überwiegen die Vorteile von Musik in Bezug auf Stress. In den folgenden Jahren wird die Musik in der Medizin ein noch größeres wissenschaftliches Interesse haben. Die Wissenschaft wird weitere Erkenntnisse gewinnen, die uns befähigen werden, Musik zur Förderung unserer kognitiven Fähigkeiten, für schnellere Genesung bei verschiedenen Krankheiten und zur Entspannung zu nutzen. Musik bleibt bei Heilungsprozessen nebenwirkungsfrei und wird zudem gern gehört. Von welcher Pille kann man das schon behaupten?

Nachzulesen in meinem Buch: „Stress macht Stress“

Literatur

  1. https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Musik-macht-gesund,musik598.html,  von Dr. Daniel Schulz, 25.06.2018

Die Kraft der Musik für die Gesundheit-Teil 2

 Musik und Stressreduktion

Was sagt nun die Wissenschaft über die Musik in Bezug auf ihre Auswirkungen auf die Gesundheit.

Musik kennen alle Kulturen auf der Erde, ja sie ist für den Menschen lebensnotwendig. Sie wirkt über Emotionen, hat spirituelle und soziale Faktoren. Musik kann auch manipulieren, zum Beispiel in der Werbung oder im Film.

Studien zeigen, dass Musik das Stressniveau senken kann. Dabei wird eine sogenannte Gehirnmusik geschaffen, die mit Hilfe von Frequenz, Amplitude und Dauer von musikalischen Klängen das Gehirn aus einem gestressten Zustand in einen Zustand der Entspannung zu bringen kann. Mit dieser Musik, die von unseren eigenen Gehirnwellen geschaffen wird, kann man Schlaflosigkeit, Erschöpfung und auch Kopfschmerzen behandeln.

Die Forschung ist hier erst am Anfang. Interessanterweise hat sich bei der Studie gezeigt, dass entspannende Musik-Titel denen von Chopin ähneln, während Aufmerksamkeit durch Musik entsteht, die Mozart-Werken ähnlich ist.

 Auswirkungen von Musik auf das Gehirn

Wenn man betrachtet, welche Auswirkungen Musik auf das Gehirn hat, stellt man fest:

1.        Musik hilft uns, Stress zu reduzieren

Musik mit einem langsamen Tempo, leisen Tönen und ohne Text hat auf uns eine beruhigende Wirkung. Dabei wird das Stressniveau gesenkt und wir sind weniger nervös oder aufgeregt. So gibt es Musik, die den Cortisolspiegel im Blut senkt. Das sind insbesondere meditative Musikstücke. Die gleiche Art Musik hilft auch, Schlaflosigkeit zu bekämpfen. „Tatsächlich verändert die Musik den Herzschlag, den Blutdruck, die Atemfrequenz und die Muskelspannung des Menschen, und sie beeinflusst nachhaltig den Hormonhaushalt. Vor allem Nebenniere und Hypophyse reagieren auf Klang und Takt. Doch nicht jede Musik löst dieselben hormonellen Reaktionen aus. Ein rascher Takt und damit schnelle Musik regt das Adrenalin an, langsame, sanfte Weisen das Noradrenalin. Sanfte Musik verringert nachweislich die Ausschüttung von Stresshormonen und erhöht zugleich die Konzentration von schmerzkontrollierenden Betaendorphinen im Körper.[…] Musik entspannt, löst   Gefühle aus und setzt Emotionen frei.“(1)

Meditationsmusik wirkt durch ihre Schwingungen unmittelbar auf den Menschen. Sie wird auch als „Sprache des Herzens“ bezeichnet. Da Meditationsmusik entspannend wirken kann, beeinflusst sie nachweislich Atem, Herzschlag, Blutdruck und die Gehirnwellen positiv. Es gibt aber auch die schnelle, rhythmische Meditationsmusik. Diese wirkt eher vitalisierend und regt den Kreislauf an.

Meditationsmusik gilt es dabei von Entspannungsmusik zu unterscheiden. Entspannungsmusik ist Musik, die im Hintergrund einen ruhigen Klang und eine entspannende Wohlfühlwirkung entfaltet. Sie wird überall dort eingesetzt, wo man Entspannung anstrebt. z. B. beim Meditieren, Massagen, Wellness-Behandlungen oder im privaten Bereich in der Freizeit.

Mit der Entspannung kommt es im Körper zum Stressabbau. Die schmerzstillende und beruhigende Musik hat sich auch bei Patienten bewährt, die sich einem chirurgischen Eingriff unterziehen werden. Dies kann an der Fähigkeit der Musik liegen, den Gemütszustand zu verändern oder für Ablenkung zu sorgen.  Der Mechanismus zur schmerzlindernden Wirkung von Musik ist nicht endgültig geklärt. Vermutlich ist jedoch das Gehirn fähig, mithilfe von Musik körpereigene Opioide, wie Endorphin, erzeugen zu können. (2)

2.        Musik kann Belohnungskreisläufe des Gehirns aktivieren.

Das Belohnungssystem des Menschen dient entwicklungsgeschichtlich gesehen zu dem System, das hilft, unsere Grundbedürfnisse zu befriedigen, so wie wir es vom Essen, Sex und Zuneigung her kennen. Es ist inzwischen erwiesen, dass Musik über das limbische System den Belohnungskreislauf ebenso in Gang setzt, wie andere Reize. Die Wirkung erfolgt dabei in den Zonen des Gehirns, in denen Dopamin freigesetzt wird und die mit Lust und Vergnügen verbunden sind.

3.        Musik steigert die Konzentrationsfähigkeit und die Wachheit des Gehirns

Wissenschaftlich belegt ist, dass Musik die Konzentrationsfähigkeit steigert. So hat die Universität Standford in einer Studie gefunden, dass uns die Musik dabei hilft, aufmerksamer zu sein. Als besonders nützlich für das Gehirn wurde dabei Musik des Komponisten William Boyce (1711-1779) im Barockstil bewertet. Hören sie doch mal rein in die Symphonie Nr. 5 in D Major, variieren die Lautstärke und beobachten, welche Gefühle diese Musik bei ihnen weckt.

4.        Weiterhin hat Musik auch einen großen Einfluss auf unsere Gefühle und unseren Gemütszustand.

So konnte in einer Studie festgestellt werden, dass das Hören von klassischer Musik und New-Age-Musik die Erschöpfung, Traurigkeit und Anspannung verringert. New Age Musik wird manchmal mit Meditationsmusik gleichgesetzt. Im weiteren Sinne kann man darunter jede Form melodischer elektronischer Musik verstehen. Diesen Musikstil verkörpern solche bekannten Künstler, wie Jean Michel Jarre, Vangelis und die Band Tangerine Dream. Die Band Tangerine Dream bekam in den 1990er Jahren sogar eine Grammy-Nominierung in der Kategorie „New Age“.(3)

Nur Musik, die uns gefällt, kann einen positiven Gefühlszustand bewirken. Das ist unabhängig von dem Musikgenre. Dies trifft jedoch nicht auf Grunge-Musik(4) zu. Durch diese Musik werden eher Feindlichkeit und Anspannung gefördert und gleichzeitig Entspannung, Motivation und geistige Klarheit reduziert. 

5.        Musik hilft, unsere kognitiven Leistungen zu verbessern

So hat man Untersuchungen(5)6 durchgeführt, wobei Personen „Die 4 Jahreszeiten“ von Vivaldi zu hören bekamen. Dabei konnte festgestellt werden, dass beim Anhören des Satzes „Der Frühling“ die Aufmerksamkeit stark zunahm. Das zeigten zerebrale Messungen. Beim Anhören des Satzes der „Herbst“ verschlechterten sich die Punktzahlen der kognitiven Tests. Weiterhin wurde beobachtet, dass „Der Frühling“ auch Gehirnzonen aktivierte, die für unsere Gefühle zuständig sind. Eine Begründung dafür könnte sein, dass diese Musik auch häufig in der Werbung genutzt wird. Der Wiedererkennungswert scheint mit dafür verantwortlich zu sein.

6.        Es gibt einen Zusammenhang zwischen Musik und visueller Wahrnehmung(6)

So konnte zum Beispiel in einer Studie der Universität Groningen festgestellt werden, dass man beim Hören trauriger Musik eher geneigt ist Gesichtsausdrücke anderer Personen als traurig zu interpretieren. Im Gegensatz dazu scheinen die Gesichtsausdrücke beim Hören fröhlicher Musik auch fröhlicher. Somit hat Musik nicht nur einen Einfluss auf unseren Gemütszustand, sondern verändert auch die Wahrnehmung.

7.        Unser Musikgeschmack offenbart auch etwas über unsere Persönlichkeit

Es ist mit Sicherheit einleuchtend, dass unsere musikalischen Vorlieben von unserer Persönlichkeit abhängen. So zeigte eine Studie, die bei Jugendlichen durchgeführt wurde, dass Personen, die laute Musik (Heavy Metall, Rock …) bevorzugen, eher unabhängig oder individualistisch sind. Das kann auch ein geringes Selbstwertgefühl bedeuten. Oft fehlt diesen Menschen die Verbindung zu anderen. Dagegen versuchen Personen, die leichte Musik bevorzugen, das Richtige zu machen und ihre Gefühle zu verdecken. Es bereitet ihnen Schwierigkeiten ein Gleichgewicht zwischen ihrer Unabhängigkeit und der Abhängigkeit von Gleichaltrigen herzustellen. Jugendliche mit unterschiedlichen Vorlieben, die nicht auf eine Richtung festgelegt sind, haben die wenigsten Probleme in ihrer Jugend und leben konfliktfreier. Dies sind nur zwei Beispiele, es gibt noch weitere. So wurde in Studien festgestellt, dass das bevorzugte Hören von Rockmusik eine geringere Gewissenhaftigkeit und höhere Offenheit charakterisiert .

Nachzulesen in meinem Buch: „Stress macht Stress“

Literatur

  1. https://blog.cognifit.com/de/musik-und-gehirn/  Musik und Gehirn: Entdecke die Macht der Musik von Yana Kahl, 2. September 2016
  2. https://www.focus.de/gesundheit/arzt-klinik/klinik/tid-32132/forschung-und-technik-medizin-musik-kann-heilen-auch-gegen-koerperlichen-schmerz-kann-musik-helfen_aid_1030752.html Von Edith Luschmann 02.07.2013
  3. http://deacademic.com/dic.nsf/dewiki/1014744, 2017
  4. https://www.indiepedia.de/index.php/Grunge, 10.05.2013
  5. http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/wie-beeinflusst-musik-die-geistige-leistungsfahigkeit/ von Dr. Shaw und Mitarbeiter, 04.05.2013
  6. https://www.wissenschaft.de/umwelt-natur/wie-musik-die-augen-oeffnet/ von David Soto, 25.03.2009

Die Kraft der Musik für die Gesundheit – Teil 1

Ausgehend von den Emotionen, die durch Musik geweckt werden, ist es von großem Interesse, welchen Einfluss sie auf unser Wohlbefinden und die Gesundheit hat. Es gibt kaum einen Menschen, der Musik nicht mag. Heute beobachte ich viele Menschen, die, sowie sie das Haus verlassen, ihr Headset im Ohr haben und Musik hören. Die Interessen und persönlichen Vorlieben dürften dabei sehr unterschiedlich sein.

 Wirkung von Musik auf den Menschen

Beim Hören von Musik kommt es zuerst darauf an, in welcher Situation man sich dabei befindet und welche Art von Musik man selbst bevorzugt.

Da ist zum ersten das Hören von Musik einfach zum Zeitvertreib, entweder, damit die Zeit schneller vergeht, oder weil man damit einen großen Genuss und positive Gefühle verbindet. So ist es zum Beispiel, wenn man ein Konzert besucht, um sich eine Sinfonie, ein Oratorium oder ein Rockkonzert anzuhören. In jedem Fall ist damit eine bewusste Freizeitgestaltung verbunden, mit dem Ziel, seine Bedürfnisse für ein künstlerisches Bedürfnis zu befriedigen.

Natürlich sind die Interessen dabei so vielfältig, wie es Menschen auf der Welt gibt. Jeder hat seinen persönlichen Geschmack und wird sich immer nur darauf einlassen, was ihm gefällt. Es gibt kein Muss, sondern immer nur ein „ich will das, weil es mir gefällt“.

Somit ist mit dem Hören von Musik die Befriedigung von Bedürfnissen verbunden.

Es gibt auch Menschen, die Musik hören, wenn sie mit bestimmten Arbeiten beschäftigt sind. Es ist durchaus so, dass man sich durch das Hören von leiser Musik im Hintergrund besser konzentrieren kann. Das kann man zum Beispiel beobachten, wenn ein Schulkind seine Hausaufgaben erledigt, oder wenn man mit dem Ausarbeiten von Plänen oder Berichten beschäftigt ist. Hierbei wird sehr oft klassische Musik, zum Beispiel Mozart, gehört, aber auch moderne angenehme Melodien können helfen, sich besser zu konzentrieren. Was man dabei hört und ob man überhaupt bei der Arbeit Musik hört, ist ganz allein auf die Persönlichkeit beschränkt. Wenn die Person bestimmte Musikrichtungen, z.B. Klassik, nicht mag, kann man damit auch nicht die Konzentration steigern.

Bei anderen Tätigkeiten, wie zum Beispiel bei manuellen Tätigkeiten wie Malen und Basteln, sind mit Sicherheit andere Rhythmen und Melodien gefragt, als bei geistiger Tätigkeit. Mit einem bestimmten Rhythmus oder Charakter der Musik geht die Arbeit besser von der Hand. Das betrifft sowohl die Konzentration als auch die Unterstützung der Arbeit an sich. Das gab es schon zu Zeiten, wo es noch kein Radio oder Plattenspieler gab. Viele Volkslieder sind bei der Arbeit entstanden, wie z.B. „Das Wandern ist des Müllers Lust“, oder „Die Leineweber haben eine saubere Zunft“, oder auch in der Oper „Sing und spiel du feines Rädchen“— Bestimmt gibt es noch viel mehr davon. Durch den Rhythmus bedingt, geht die Arbeit leichter von der Hand und man merkt auch gar nicht, wie die Zeit vergeht.

Damit fördert Musik die Konzentration und Freude an bestimmten Arbeiten.

Eine weitere Möglichkeit, Musik zu nutzen, ergibt sich in Wellness-Einrichtungen, Kosmetikinstituten oder Massagepraxen. Durch die Musik soll die Entspannung der Kunden verbessert werden, damit die durchgeführten Therapien und Anwendungen besser wirken. Dabei spielt beruhigende Musik eine große Rolle. Aber selbst, wenn man die Musik nicht in solchen Einrichtungen hört, auch ohne spezielle physische oder Wellness-Anwendungen hilft Musik sehr beim Entspannen. Die Musikindustrie hat ein ganzes Arsenal an Entspannungs- und Meditationsmusik geschaffen, die auch genutzt wird.

Es gilt besonders, dass man mit Musik entspannen kann.

Genutzt wird Entspannungsmusik auch in psychiatrischen Kliniken und Altenheimen, um eine angenehme Atmosphäre zur Entspannung zu schaffen.

Kommen wir jetzt zum Praktizieren von Musik, zuerst zum Gesang. Beim Singen ist unsere ganze Aufmerksamkeit auf den Text und auf die Melodie gerichtet. Zunächst ist die Stimme noch zittrig und vibriert. Je länger man singt, desto kräftiger oder ausdrucksvoller wird der Gesang. Die Angst tritt dabei in den Hintergrund. Letztendlich gibt uns der Gesang Sicherheit, um die Angst zu überwinden.

Singen fördert darüber hinaus die Geselligkeit und das Zusammengehörigkeitsgefühl. Das sind soziale Bedürfnisse, die uns Stärke geben und Geborgenheit. Dabei ist es egal, ob man in einem Chor singt, oder beim Wandern ein Lied angestimmt wird.

Das Gemeinschaftsgefühl wird auch durch die Hymnen der Länder oder zu bestimmten Anlässen gefördert. Hinzu kommt, dass hier auch besondere Gefühle angesprochen werden, wie Patriotismus und Liebe zum Volk, dem man angehört.

Was bewirkt das Singen noch? Singen ist für unsere Kehle und Stimmbänder aber auch für die Lunge mechanische Arbeit. Die Stimmbänder werden gekräftigt. Man lernt durch den Gesang Atemtechniken, die uns zu einer kraftvollen Stimme verhelfen. Selbst unsere Sprache oder das Sprechen selbst wird davon positiv beeinflusst. Das ist die eine Seite. Der Gesang hat aber auch eine weitere positive Eigenschaft. Er hilft feinste Partikel von den Stimmbändern durch den kräftigen Atemzug zu beseitigen. Er hat also auch eine reinigende Wirkung.

Neben dem Gesang gibt es natürlich auch noch die Instrumentalmusik. Ein Instrument zu beherrschen, egal wie gut, vermittelt dem Spielenden ein erhebendes Gefühl. Sie können sich oder Mitmenschen beim Gesang begleiten und eine noch größere Freude bereiten als beim puren Singen. Die hohe Kunst ist natürlich eine Kapelle, im einfachsten Fall ein Fanfarenzug oder ganz professionell ein Sinfonieorchester oder eine Bigband. Wer das professionell betreibt, hat in der Regel sein Hobby zum Beruf gemacht. Das ist eine der höchsten Formen der Bedürfnisbefriedigung und vermittelt den Künstlern nicht nur das Gefühl persönlichen Glücks, sondern auch für die Hörer höchsten Genuss, Zufriedenheit, Entspannung und die Erfahrung eines Gemeinschaftserlebnisses, das sehr nachhaltig den weiteren Alltag beeinflussen kann. Bewundernswert ist zum Beispiel, was Andre Rieu mit seinem Orchester für Gefühle auslöst. Da wird gelacht, getanzt, ein Gefühl der Glückseligkeit vermittelt. Und die Künstler? Sie haben genau den gleichen Spaß. Da springt ein Funke über. Das ist Glück und Freude, das entspannt und begeistert.

Eine Sache möchte ich noch erwähnen, weil ich weiß, dass die Kombination von Musik und Sport für die Gesundheit zusätzliche Effekte bringt. Beim Joggen Musik zu hören, kann beflügeln, hilft den richtigen Rhythmus beizubehalten und verstärkt durchaus Trainingseffekte. Auch in den Pausen zwischen den Wettkämpfen hören Sportler gern Musik, um sich abzulenken und sich besser auf ihren eigenen Wettkampf konzentrieren zu können. Daneben gibt es noch die echte Kombination von Sport und Musik, wie den Turniertanz und das Eiskunstlaufen. Dabei werden neben dem Wettkampfgeschehen auch Gefühle vermittelt, die Schönheit des Sports unterstrichen. Umgedreht trifft das natürlich beim Eiskunstlaufen nicht zu, weil die teilweise willkürliche Zusammenstellung der verschiedenen Stilrichtungen den Komponisten keine Ehre macht. Aber dennoch, die Gefühle, die dabei vermittelt werden, überwiegen.

Hier endet Teil 1. : Nachzulesen in meinem Buch“ Stress macht Stress“