Aloe vera-eine Heilpflanze

Die Aloe vera ist eine der ältesten Pflanzen, die Menschen für Heilzwecke genutzt haben. Schon vor über 2000 Jahren sahen die griechischen Wissenschaftler Aloe Vera als das Allheilmittel an und die Ägypter bezeichneten „Aloe “ sogar als die Pflanze der Unsterblichkeit“. Zur Bedeutung des Namens: die Bezeichnung Aloe stammt aus dem arabischen und bedeutet glänzende Bittersubstanz, während „vera“ aus dem lateinischen stammt und die Bedeutung von wahr hat.

Auch die ägyptischen Königinnen Nofretete und Kleopatra verwendeten die Aloe als Bestandteil ihres Schönheitsrituals. Feldherren wie Alexander der Große oder der Entdecker Amerikas Christoph Kolumbus behandelten die Wunden ihrer Soldaten mit Aloe vera.

Es gibt etwa 300 verschiedenen Aloe-Arten, jedoch enthalten nicht alle die großen Mengen der begehrten Wirkstoffe. Die höchsten Konzentrationen sind in den Blättern der Aloe Vera Barbadensis Miller zu finden. Dagegen enthält die kleine  Aloe miloti, die in unseren Breiten zu Hause ist, deutlich geringere Mengen der wertvollen Inhaltsstoffe.

Die Aloe vera ist eine der ältesten Pflanzen, die Menschen für Heilzwecke genutzt haben. Schon vor über 2000 Jahren sahen die griechischen Wissenschaftler Aloe Vera als das Allheilmittel an und die Ägypter bezeichneten „Aloe “ sogar als die Pflanze der Unsterblichkeit“. Zur Bedeutung des Namens: die Bezeichnung Aloe stammt aus dem arabischen und bedeutet glänzende Bittersubstanz, während „vera“ aus dem lateinischen stammt und die Bedeutung von wahr hat.

Die Aloe barbadensis miller  gehört zur Familie der Apsphodelaceae, ist also ein Liliengewächs. Sie wächst in den trockenen Regionen Afrikas, Asiens, Europas und Amerikas sowie in einigen Gebieten Indiens. Wichtig sind die Inhaltsstoffe, die die Bedeutung für die Menschen hervorgebracht haben. Das sind mindestens 75 aktive Bestandteile, wie Vitamine, Enzyme, Mineralien, Zucker, Lignin, Saponine, Salicylsäuren und Aminosäuren.

Zu den wertvollen Vitaminen in der Aloe zählen: Vitamin A, das sog. Beta-Carotin, die Vitamine C und E mit ihren antioxidativen Eigenschaften. Darüber hinaus enthält Aloe Vitamin B, Folsäure und Cholin. Bekanntlich neutralisieren Antioxidantien überschüssige freie Radikale in unserem Körper.

Zu den in der Aloe enthaltenen Enzymen zählen die alkalische Phosphatase, Amylasen, Bradykinase, Carboxypeptidase, die Katalase, die Cellulase und Lipase sowie die Peroxidasen. Dabei sind die Amylase und die Lipase Verdauungsenzyme, die jeweils entsprechend Stärke bzw. Fette aufspalten. Die Bradykinase kann übermäßige Entzündungen reduzieren, z.B. wenn Aloe auf die Haut aufgetragen wird. Die Carboxypepdidasen sind für die Spaltung von Peptidverbindungen (also der Aufspaltung von Eiweißen) verantwortlich. Schließlich kann mit dem Enzym Katalase das Zellgift Wasserstoffperoxid unschädlich gemacht werden.

Wichtige Mineralien in der Aloe sind Kalzium, Chrom, Selen, Magnesium, Mangan, Kalium, Natrium und Zink. Im Wesentlichen sorgen sie für das gute Funktionieren verschiedener Enzymsysteme in den unterschiedlichsten Stoffwechselvorgängen.

Desweiteren enthält die Aloe vera eine ganze Reihe von Zuckern, den Hauptanteil machen Polysaccharide aus, die sog. Gluko- oder Polymannane. Auch enthält die Aloe das bekannte Glucomannan Acemannan. Weitere Bestandteile der Aloe sind Anthrachinone, die man hauptsächlich in den Außenschalen der fleischigen Blätter findet. Sie haben eine abführende, analgetische und antibiotische Wirkung.   Die in der Aloe enthaltenen Fettsäuren haben entzündungshemmende Wirkung und eine von ihnen, das Lupeol besitzt antiseptische und analgetische Eigenschaften. Mit Auxin und Cytokinen sind in der Aloe zwei der bedeutendsten pflanzlichen Hormone enthalten. Sie sind an zahlreichen Entwicklungs- und Wachstumsprozessen beteiligt.

Wichtig zu erwähnen sind auch die Aminosäuren. Die Aloe enthält 20 der 22 vom Menschen benötigten Aminosäuren, davon 7 der 8 essentiellen Aminosäuren, die der menschliche Körper nicht selbst synthetisieren kann.

Eine weitere Besonderheit der Aloe sind die darin enthaltenen die Mucopolysaccharide, insbesondere Acemannan, das bis zur Pubertät der menschliche Körper selbst bildet. Wenn es über Aloe-Vera-Produkte zugeführt wird, kann es in alle Zellwände eingelagert werden und so den Körper im Kampf gegen Tumorzellen, Infekte und Pilzerkrankungen unterstützen.

Für den Menschen sind folgende Eigenschaften besonders wichtig:

1.Heilende Kräfte

So wirkt z.B: Glucomannan auf die Kollagensynthese ein. Dadurch kann das Aloe vera Gel den Kollagengehalt von Wunden erhöhen und ebenso den Grad der Vernetzung. Schließlich fördert dies die Wundkontraktion und die Bruchfestigkeit des Narbengewebes wird erhöht.

2. Entzündungshemmende Wirkung

Die Aloe hemmt ein Enzym, womit die Produktion von Prostaglandin E2 aus Arachidonsäure reduziert wird. Prostaglandin E2 benötigen wir jedoch, weil es die Thrombozytenaggregation und die Vasodilatation fördert.

3. Immunologische Eigenschaften

Es kann die Freisetzung von Histamin hemmen, was bedeutend für Allergiker ist. Das in der Aloe enthaltene Acemannan stimuliert die Synthese und auch die Freisetzung von Interleukin 1. Dies ist bedeutend zum Beispiel für die Rückbildung von Krebszellen. Mehrere Verbindungen in der Aloe können die Freisetzung freier Sauerstoffradikale hemmen, was sowohl für den Zell- als auch für den mitochondrialen Stoffwechsel von Bedeutung ist.

4. Abführende Wirkung

Diese ist durch den Gehalt an Anthrachinonen bedingt, die in den Außenschalen der Blätter enthalten sind.

5. Antiseptische Wirkung

Dies ist bedingt durch den Gehalt von 6 Antiseptika in der Aloe vera. Es sind Lupeol, Salicylsäure, Harnstoffstickstoff, Zimtsäure, Phenole und Schwefel, die allesamt hemmend auf Pilze, Bakterien und Viren wirken.

6. Anti-Aging-Wirkung

Die in der Aloe enthaltenen Mucopolysaccharide unterstützen die Bindung von Feuchtigkeit in der Haut. Da Aloe vera die Fibroblasten stimuliert, werden vermehrt Kollagen- und Elastinfasern produziert, wodurch die Haut elastischer und weniger faltig wird.

Anwendung der Aloe vera

Aloe vera sollte nicht angewendet werden von Personen, die eine Allergie gegen Pflanzen aus der Familie der Liliengewächse haben sowie in der Schwangerschaft und während der Stillzeit.

In vielen Völkern ist die Aloe, auch oft als „Wüstenlilie“ bezeichnet ein beliebtes Kosmetikum und Allheilmittel für verschiedenste Beschwerden. Die Wirkstoffe der Aloe bewirken auf der Haut eine Verjüngung. Wunden heilen durch die äußerliche Anwendung in extrem kurzer Zeit. So findet die  Aloe Vera Anwendung in unzähligen Kosmetika wie Hautcreme oder Deorollern. Sie wird bei Sonnenbrand, Insektenstichen, Strahlenschäden und Allergien empfohlen. In den letzten Jahren werden Aloe-Vera-Produkte zum Einnehmen immer populärer. So wird empfohlen, den kalt gepresste Saft, gemischte Aloe-Vera-Drinks oder das getrocknete Mark in Kapseln einzunehmen. Dadurch soll das Immunsystem gestärkt und der Körper entgiftet werden. Diese Anwendung soll sogar Schmerzen mildern und gegen Krebs helfen. Wie bereits gesagt, ist gerade für letzteres die Studienlage nicht evident, so dass medizinische Anwendungen höchstens als Selbstversuch machbar sind.

Die Intervall-Hypoxie-Hyperoxie-Therapie (IHHT)

Es gibt eine weitere Methode, die dazu beitragen kann, die Leistungsfähigkeit zu verbessern. Dabei handelt es sich um einen hocheffektiven Trainingsreiz, der beim Menschen innerhalb der Mitochondrien und Zellen zahlreiche biochemische Prozesse für die Selbstheilung und Regeneration ankurbelt. Diesen Trainingsreiz erhält man durch eine Intervall-Hypoxie-Hyperoxy-Therapie, kurz IHHT genannt.

Bei der IHHT werden die Zellen im Körper trainiert. Wie bereits im Namen enthalten, handelt es sich dabei um eine Sauerstofftherapie. Auch für den medizinischen Laien sollte es nicht schwierig sein zu erkennen, dass Sauerstoff das für das Leben entscheidende Element ist. Ohne Sauerstoff ist auch eine hocheffiziente Energiegewinnung in den Mitochondrien nicht möglich. So hat man berechnet, dass die Mitochondrien bezogen auf ihre Masse zehnmal mehr Energie erzeugen als die Sonne.

Es ist darüber hinaus schon sehr lange bekannt, dass das Inhalieren von sauerstoffarmer Luft zu einer vermehrten Bildung von Mitochondrien führt. Sportler nutzen diesen Effekt, indem sie bewusst in Höhen mit geringem Sauerstoffgehalt trainieren, um ihre sportliche Leistungsfähigkeit zu verbessern. Besonders vor wichtigen Wettkämpfen zieht es viele Sportler zu einem Training ins Hochgebirge. Dabei wird nicht nur die Energieproduktion in den Mitochondrien verbessert, es werden auch mehr rote Blutzellen gebildet. 

Bekannt ist auch eine Sauerstofftherapie, bei der Luft mit einem hohen Anteil an Sauerstoff verabreicht wird. „Neben der Anreicherung des Körpergewebes mit Sauerstoff und der Neubildung von kleinen Blutgefäßen im sauerstoffarmen Gewebe erfolgen unter der hyperbaren Sauerstofftherapie weitere Veränderungen im Körper.“ (1) Die IHHT- vereint beides, hyperbare und hypobare Sauerstofftherapie. Der Patient atmet entspannt im Liegen in zwei Phasen Luft mit unterschiedlicher Sauerstoffkonzentration und trainiert damit seine Zellen. Für ein effektives Zelltraining sind mindestens zwei Trainingseinheiten pro Woche innerhalb von vier Wochen notwendig. Ein biologischer Effekt ist durch die Verbesserung der Energiegewinnung in allen Zellen messbar. Eine Therapiesitzung dauert ca. 45 Minuten. Nach 10 Anwendungen entspricht der erzielte physiologische Effekt dem Training nach einem vierwöchigen Alpenaufenthalt und hält etwa bis zu drei Monate an. Wöchentliche Auffrischungen der Therapie sind sinnvoll, wenn man einen langfristigen Effekt erzielen möchte. Im Übrigen nutzen heute viele Sportler das IHH-Training zur Leistungssteigerung. Die Geräte sind immer verfügbar, die zeitaufwendigen Aufenthalte im Hochgebirge entfallen dadurch.

In Abhängigkeit von der persönlichen Situation ist eine Substitution mit Vitalstoffen sinnvoll, um mit IHHT den gewünschten Anwendungserfolg zu erzielen. Der Erfolg ist nach jeder Behandlung mithilfe medizinischer Auswertungen messbar und nachvollziehbar.

Warum funktioniert die IHH- Therapie?

Mit dem Setzen zweier unterschiedlicher Reize wird erreicht, dass durch die sauerstoffarme Phase überalterte Mitochondrien eliminiert oder regeneriert werden können. Die erhöhte Sauerstoffkonzentration sorgt dafür, dass die Energiegewinnung angekurbelt wird. Dabei steigt die natürliche Produktion von körpereigenem Coenzym Q10, dem Schlüsselmolekül für die Energiegewinnung in allen Zellen, an und der Schutz vor oxidativem Stress verbessert sich.(2)  Es kommt zu einer Stärkung des Immunsystems oder auch zur Aktivierung des Fettstoffwechsels, der die Gewichtsabnahme unterstützt.

Weiterhin können mit der IHHT aber auch eine Vielzahl von medizinischen und nichtmedizinischen Anwendungen durchgeführt werden.

Beispiele hierfür sind  Bluthochdruck,  Übergewicht, Hypercholesterinämie,   obstruktive Lungenerkrankungen, Typ-2-Diabetes, Insulinresistenz,  Verbesserung der Herz-Raten-Variabilität,  Mitochondriale Regeneration,  Verbesserung der mitochondrialen ATP Synthese, Verbesserung / Entlastung des Leber-Stoffwechsels, Verlangsamung des Alterungsprozesses der Haut/Verjüngung der Haut, Müdigkeit, Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens und andere.

Somit kann mit Unterstützung der IHHT eine ganze Reihe von Anwendungen durchgeführt werden, die immer das Ziel haben, die Leistungsfähigkeit zu verbessern. Das Gute daran ist, dass während der Therapie der Erfolg messbar ist und die Parameter für die Therapie den Erfordernissen des Patienten angepasst werden können. Das ist eine effektive Methode mit einem hohen Trainingserfolg, welche die gesundheitliche Gesamtsituation der Patienten verbessert.

Literatur

  1. https://hbo-aachen.de/hbo-therapie/wirkungsweise/ 2018
  2. https://cellgym.de/

Nach meinem Buch: Stress macht Stress: Wie Sie Stress besser verstehen und Ihre Gesundheit stärken können“ 

Die Kraft der Musik für die Gesundheit-Teil 3

Der Nutzen der Musik für die Gesundheit

Der konkrete Nutzen der Musik für die Gesundheit liegt in erster Linie darin, Stress zu reduzieren, Entspannung, Konzentration und Wachheit zu verbessern sowie kognitive Prozesse zu unterstützen. Das ist aber nicht alles. Musik kann auch direkt Heilungsprozesse unterstützen. Das liegt daran, dass Musik in der Lage ist, die Fähigkeit unseres Gehirns zur Anpassung anzuregen. Das nennt man Unterstützung der Neuroplastizität. Diese ist insbesondere dann wichtig, wenn zum Beispiel jemand einen Schlaganfall erlitten hatte. Wegen der guten Neuroplastizität können gesunde Regionen des Gehirns Aufgaben der gestörten Regionen übernehmen. Das bewusste Hören von Musik kann diesen Effekt gut unterstützen.

Wie Untersuchungen gezeigt haben, ist Musizieren bestens geeignet die Hirnaktivität anzuregen. So werden durch das Zusammenspiel von Bewegen, Hören und Planen bei Menschen, die ein Instrument spielen, mehrere Hirnregionen gleichzeitig beansprucht. Interessant ist an dieser Stelle auch die sogenannte Sonifikationstherapie.1 Mittels Sensoren an Armen oder Beinen werden dabei Bewegungen vertont. Dies soll Patienten effektiv unterstützen, bestimmte Abläufe neu zu erlernen. Bei einem Sprachverlust kann  Musik helfen, durch Singen den Zugriff auf die Sprache wieder Stück für Stück zu ermöglichen.

Darüber hinaus ist die Musiktherapie heute in der Medizin eine anerkannte Heilmethode. Sie hilft bei der Wiederherstellung psychischer und körperlicher Gesundheit. So gelingt es mithilfe der Musiktherapie bei Schlaganfall- und Parkinson-Patienten die Grobmotorik und Mobilität zu verbessern. Gute Erfahrungen gibt es für die Musiktherapie bei Patienten mit Essstörungen, Angststörungen, Somatisierungsstörungen und bei Menschen, die unter Depressionen leiden. Therapeutische Erfolge zeigt der Einsatz von Musik auch bei Bluthochdruck. In der Musiktherapie spielt die Musik der Komponisten Bach, Händel und Mozart immer wieder eine große Rolle. Und es ist immer wieder Instrumentalmusik, ruhig und ohne abrupte Wechsel, die sehr wirkungsvoll speziell für die Senkung des Blutdrucks große Bedeutung hat.

Auch das Erlernen eines Musikinstruments hat bei der Heilung von Krankheiten Bedeutung. Es werden Koordination und Emotionen gefördert, Glücksgefühle entstehen und die Patienten werden entspannter. Musizieren fördert die Gesundheit und Lebensfreude. Dabei spielt es keine Rolle, in welchem Alter man ein Instrument erlernt. Auch für Demenzkranke hat Musik eine große Bedeutung. Die Gefühle werden angesprochen und es ist erstaunlich, an was sich Demenzkranke alles erinnern, wenn sie singen. Weil sie mitsingen, erfahren sie ein Glücksgefühl, das sehr wichtig für ihre psychische Stabilität ist.

Besonders für Kinder ist es sinnvoll, sie frühzeitig an Musik heranzuführen.  Es ist nicht nur eine Freizeitaktivität. Durch die komplexen Tätigkeiten wird, wie gezeigt, die Neuroplastizität des Gehirns verbessert. Hiermit werden Lernprozesse effektiver. Auch können immer wiederkehrende Lieder Schreikinder beruhigen.

Die Beschäftigung mit Musik hat nur einen negativen Punkt: Durch das Hören von zu lauter Musik können Hörschäden verursacht werden. Leider wird dieser Fakt gerade auf Partys, großen Volksfesten und auch bei Fans der Techno Musik kaum beherzigt. Dennoch überwiegen die Vorteile von Musik in Bezug auf Stress. In den folgenden Jahren wird die Musik in der Medizin ein noch größeres wissenschaftliches Interesse haben. Die Wissenschaft wird weitere Erkenntnisse gewinnen, die uns befähigen werden, Musik zur Förderung unserer kognitiven Fähigkeiten, für schnellere Genesung bei verschiedenen Krankheiten und zur Entspannung zu nutzen. Musik bleibt bei Heilungsprozessen nebenwirkungsfrei und wird zudem gern gehört. Von welcher Pille kann man das schon behaupten?

Nachzulesen in meinem Buch: „Stress macht Stress“

Literatur

  1. https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Musik-macht-gesund,musik598.html,  von Dr. Daniel Schulz, 25.06.2018

Die Kraft der Musik für die Gesundheit-Teil 2

 Musik und Stressreduktion

Was sagt nun die Wissenschaft über die Musik in Bezug auf ihre Auswirkungen auf die Gesundheit.

Musik kennen alle Kulturen auf der Erde, ja sie ist für den Menschen lebensnotwendig. Sie wirkt über Emotionen, hat spirituelle und soziale Faktoren. Musik kann auch manipulieren, zum Beispiel in der Werbung oder im Film.

Studien zeigen, dass Musik das Stressniveau senken kann. Dabei wird eine sogenannte Gehirnmusik geschaffen, die mit Hilfe von Frequenz, Amplitude und Dauer von musikalischen Klängen das Gehirn aus einem gestressten Zustand in einen Zustand der Entspannung zu bringen kann. Mit dieser Musik, die von unseren eigenen Gehirnwellen geschaffen wird, kann man Schlaflosigkeit, Erschöpfung und auch Kopfschmerzen behandeln.

Die Forschung ist hier erst am Anfang. Interessanterweise hat sich bei der Studie gezeigt, dass entspannende Musik-Titel denen von Chopin ähneln, während Aufmerksamkeit durch Musik entsteht, die Mozart-Werken ähnlich ist.

 Auswirkungen von Musik auf das Gehirn

Wenn man betrachtet, welche Auswirkungen Musik auf das Gehirn hat, stellt man fest:

1.        Musik hilft uns, Stress zu reduzieren

Musik mit einem langsamen Tempo, leisen Tönen und ohne Text hat auf uns eine beruhigende Wirkung. Dabei wird das Stressniveau gesenkt und wir sind weniger nervös oder aufgeregt. So gibt es Musik, die den Cortisolspiegel im Blut senkt. Das sind insbesondere meditative Musikstücke. Die gleiche Art Musik hilft auch, Schlaflosigkeit zu bekämpfen. „Tatsächlich verändert die Musik den Herzschlag, den Blutdruck, die Atemfrequenz und die Muskelspannung des Menschen, und sie beeinflusst nachhaltig den Hormonhaushalt. Vor allem Nebenniere und Hypophyse reagieren auf Klang und Takt. Doch nicht jede Musik löst dieselben hormonellen Reaktionen aus. Ein rascher Takt und damit schnelle Musik regt das Adrenalin an, langsame, sanfte Weisen das Noradrenalin. Sanfte Musik verringert nachweislich die Ausschüttung von Stresshormonen und erhöht zugleich die Konzentration von schmerzkontrollierenden Betaendorphinen im Körper.[…] Musik entspannt, löst   Gefühle aus und setzt Emotionen frei.“(1)

Meditationsmusik wirkt durch ihre Schwingungen unmittelbar auf den Menschen. Sie wird auch als „Sprache des Herzens“ bezeichnet. Da Meditationsmusik entspannend wirken kann, beeinflusst sie nachweislich Atem, Herzschlag, Blutdruck und die Gehirnwellen positiv. Es gibt aber auch die schnelle, rhythmische Meditationsmusik. Diese wirkt eher vitalisierend und regt den Kreislauf an.

Meditationsmusik gilt es dabei von Entspannungsmusik zu unterscheiden. Entspannungsmusik ist Musik, die im Hintergrund einen ruhigen Klang und eine entspannende Wohlfühlwirkung entfaltet. Sie wird überall dort eingesetzt, wo man Entspannung anstrebt. z. B. beim Meditieren, Massagen, Wellness-Behandlungen oder im privaten Bereich in der Freizeit.

Mit der Entspannung kommt es im Körper zum Stressabbau. Die schmerzstillende und beruhigende Musik hat sich auch bei Patienten bewährt, die sich einem chirurgischen Eingriff unterziehen werden. Dies kann an der Fähigkeit der Musik liegen, den Gemütszustand zu verändern oder für Ablenkung zu sorgen.  Der Mechanismus zur schmerzlindernden Wirkung von Musik ist nicht endgültig geklärt. Vermutlich ist jedoch das Gehirn fähig, mithilfe von Musik körpereigene Opioide, wie Endorphin, erzeugen zu können. (2)

2.        Musik kann Belohnungskreisläufe des Gehirns aktivieren.

Das Belohnungssystem des Menschen dient entwicklungsgeschichtlich gesehen zu dem System, das hilft, unsere Grundbedürfnisse zu befriedigen, so wie wir es vom Essen, Sex und Zuneigung her kennen. Es ist inzwischen erwiesen, dass Musik über das limbische System den Belohnungskreislauf ebenso in Gang setzt, wie andere Reize. Die Wirkung erfolgt dabei in den Zonen des Gehirns, in denen Dopamin freigesetzt wird und die mit Lust und Vergnügen verbunden sind.

3.        Musik steigert die Konzentrationsfähigkeit und die Wachheit des Gehirns

Wissenschaftlich belegt ist, dass Musik die Konzentrationsfähigkeit steigert. So hat die Universität Standford in einer Studie gefunden, dass uns die Musik dabei hilft, aufmerksamer zu sein. Als besonders nützlich für das Gehirn wurde dabei Musik des Komponisten William Boyce (1711-1779) im Barockstil bewertet. Hören sie doch mal rein in die Symphonie Nr. 5 in D Major, variieren die Lautstärke und beobachten, welche Gefühle diese Musik bei ihnen weckt.

4.        Weiterhin hat Musik auch einen großen Einfluss auf unsere Gefühle und unseren Gemütszustand.

So konnte in einer Studie festgestellt werden, dass das Hören von klassischer Musik und New-Age-Musik die Erschöpfung, Traurigkeit und Anspannung verringert. New Age Musik wird manchmal mit Meditationsmusik gleichgesetzt. Im weiteren Sinne kann man darunter jede Form melodischer elektronischer Musik verstehen. Diesen Musikstil verkörpern solche bekannten Künstler, wie Jean Michel Jarre, Vangelis und die Band Tangerine Dream. Die Band Tangerine Dream bekam in den 1990er Jahren sogar eine Grammy-Nominierung in der Kategorie „New Age“.(3)

Nur Musik, die uns gefällt, kann einen positiven Gefühlszustand bewirken. Das ist unabhängig von dem Musikgenre. Dies trifft jedoch nicht auf Grunge-Musik(4) zu. Durch diese Musik werden eher Feindlichkeit und Anspannung gefördert und gleichzeitig Entspannung, Motivation und geistige Klarheit reduziert. 

5.        Musik hilft, unsere kognitiven Leistungen zu verbessern

So hat man Untersuchungen(5)6 durchgeführt, wobei Personen „Die 4 Jahreszeiten“ von Vivaldi zu hören bekamen. Dabei konnte festgestellt werden, dass beim Anhören des Satzes „Der Frühling“ die Aufmerksamkeit stark zunahm. Das zeigten zerebrale Messungen. Beim Anhören des Satzes der „Herbst“ verschlechterten sich die Punktzahlen der kognitiven Tests. Weiterhin wurde beobachtet, dass „Der Frühling“ auch Gehirnzonen aktivierte, die für unsere Gefühle zuständig sind. Eine Begründung dafür könnte sein, dass diese Musik auch häufig in der Werbung genutzt wird. Der Wiedererkennungswert scheint mit dafür verantwortlich zu sein.

6.        Es gibt einen Zusammenhang zwischen Musik und visueller Wahrnehmung(6)

So konnte zum Beispiel in einer Studie der Universität Groningen festgestellt werden, dass man beim Hören trauriger Musik eher geneigt ist Gesichtsausdrücke anderer Personen als traurig zu interpretieren. Im Gegensatz dazu scheinen die Gesichtsausdrücke beim Hören fröhlicher Musik auch fröhlicher. Somit hat Musik nicht nur einen Einfluss auf unseren Gemütszustand, sondern verändert auch die Wahrnehmung.

7.        Unser Musikgeschmack offenbart auch etwas über unsere Persönlichkeit

Es ist mit Sicherheit einleuchtend, dass unsere musikalischen Vorlieben von unserer Persönlichkeit abhängen. So zeigte eine Studie, die bei Jugendlichen durchgeführt wurde, dass Personen, die laute Musik (Heavy Metall, Rock …) bevorzugen, eher unabhängig oder individualistisch sind. Das kann auch ein geringes Selbstwertgefühl bedeuten. Oft fehlt diesen Menschen die Verbindung zu anderen. Dagegen versuchen Personen, die leichte Musik bevorzugen, das Richtige zu machen und ihre Gefühle zu verdecken. Es bereitet ihnen Schwierigkeiten ein Gleichgewicht zwischen ihrer Unabhängigkeit und der Abhängigkeit von Gleichaltrigen herzustellen. Jugendliche mit unterschiedlichen Vorlieben, die nicht auf eine Richtung festgelegt sind, haben die wenigsten Probleme in ihrer Jugend und leben konfliktfreier. Dies sind nur zwei Beispiele, es gibt noch weitere. So wurde in Studien festgestellt, dass das bevorzugte Hören von Rockmusik eine geringere Gewissenhaftigkeit und höhere Offenheit charakterisiert .

Nachzulesen in meinem Buch: „Stress macht Stress“

Literatur

  1. https://blog.cognifit.com/de/musik-und-gehirn/  Musik und Gehirn: Entdecke die Macht der Musik von Yana Kahl, 2. September 2016
  2. https://www.focus.de/gesundheit/arzt-klinik/klinik/tid-32132/forschung-und-technik-medizin-musik-kann-heilen-auch-gegen-koerperlichen-schmerz-kann-musik-helfen_aid_1030752.html Von Edith Luschmann 02.07.2013
  3. http://deacademic.com/dic.nsf/dewiki/1014744, 2017
  4. https://www.indiepedia.de/index.php/Grunge, 10.05.2013
  5. http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/wie-beeinflusst-musik-die-geistige-leistungsfahigkeit/ von Dr. Shaw und Mitarbeiter, 04.05.2013
  6. https://www.wissenschaft.de/umwelt-natur/wie-musik-die-augen-oeffnet/ von David Soto, 25.03.2009