Die“ bittere“ Wahrheit über Zucker

Die“ bittere“ Wahrheit über Zucker

Gönnt doch den Wahn dem armen Schlucker, der nur des Lebens Bitterkeit genießt! Unsterblichkeit ist ja der Zucker, der ihm den herben Trank der Zeit versüßt

Zucker hat, obwohl er entwicklungsgeschichtlich als Nahrungsmittel für den Menschen nicht erforderlich ist, eine wechselhafte Geschichte hinter sich. Zunächst ein Mittel zur schnellen Energiegewinnung, dann Luxusgut für die reiche Gesellschaft und zu guter Letzt ein Suchtmittel mit vielen Gefährdungen für die Gesundheit. Gerade in der kalten Jahreszeit konsumieren wir besonders viel Zucker, weil wir jetzt auch mehr Energie benötigen. Dabei ist der Verzehr von Zucker durch die Menschen entwicklungsgeschichtlich gar nicht vorgesehen. Zum einen, weil der menschliche Körper Zucker nur in geringer Menge speichern kann, nämlich 150 g in der Leber und  300 g in den Muskeln. Der Zucker, besser die Glukose, die wir zu viel verzehren, wird in Fett umgewandelt, das wir in größeren Mengen speichern können. Eine andere Alternative gibt es nicht.

Zur Geschichte

Was die Geschichte betrifft, begannen die Menschen vor etwa 10.000 Jahren mit dem Anbau von Zuckerrohr als natürliche Quelle von Glukose in Melanesien. Im 7. Jahrhundert wurde Zucker aus Zuckerrohr gewonnen. Im Verlauf der arabischen Eroberungen, konnte sich das Zuckerrohr weiter ausbreiten. Bereits seit ca. 800 nach Christi wurde Zuckerrohr auf Sizilien, Malta und in Spanien angebaut.  Schließlich waren es die Kreuzritter, die im 11. Jahrhundert Zucker aus dem Nahen Osten auch nach Mittel- und Nordeuropa brachten. Bei Königen und Fürsten war der Zucker sehr begehrt. Er war ein Luxusgut. Nach der Erschließung des Seewegs durch Kolumbus im 16. Jahrhundert kam der Zucker nach Lateinamerika. Dank bestialischer Sklavenarbeit wurde Zucker immer billiger. Unter der Führung Großbritanniens entwickelte sich zwischen 1600 und 1700 der berüchtigte transatlantische Dreieckshandel, an dem noch Spanien und Portugal beteiligt waren. Von Lateinamerika aus wurde der Zucker neben anderen Produkten per Schiff nach Europa gebracht, wo er mit gutem Gewinn verkauft wurde. 1747 entdeckte der deutsche Chemiker Andreas Sigismund Marggraf Zucker in der Runkelrübe. Sein Schüler Franz Carl Achard züchtete aus der Runkelrübe die Zuckerrübe. So war man in der Lage aus der Zuckerrübe wirtschaftlich Zucker zu gewinnen. Die erste Zuckerrübenfabrik entstand im schlesischen Cunern. Seit 1806 gab es in europäischen Handelshäusern kaum noch Zucker aus Zuckerrohr. Und das ist auch noch heute so.

Medizinische Bedeutung

Zuckermoleküle sind die Hauptbestandteile der Kohlenhydrate, die neben Fett und Eiweiß leider immer noch eine wichtige Rolle für die Deckung unseres Energiebedarfs spielen. Die Leber ist mit eines der wichtigsten Organe für die Glukosespeicherung. Die Speicherung von Zucker in der Leber erfolgt als Glykogen allerdings nur unter dem Einfluss von Insulin. In der Summe führen die Wirkungen des Insulins auf den Kohlenhydratstoffwechsel zu einer Senkung des Blutzuckerspiegels. Direkt nach der Aufnahme von Glukose oder Zucker mit der Nahrung steigt der Blutzuckerspiegel und als Folge davon auch die Ausschüttung des Insulins in der Bauchspeicheldrüse. Die Nervenzellen decken ihren riesigen Energiebedarf fast ausschließlich durch Glukose. Das Absinken von Blutzuckerspiegeln unter einen kritischen Werte von 0,5 -0,2 g /l kann zum „hypoglykämischen Schock“(Unterzuckerung) mit Bewußtseinstrübung oder sogar zum Koma führen.

Wichtiges über Zucker

Der Körper kann Glukose selbst herstellen ( aus Eiweißen-Glukoneogenese und aus Fettsäuren). Es gibt keine Erkrankung, die durch einen Mangel oder den völligen Verzicht auf Kohlenhydrate ausgelöst würde. Glukose kann in unserem Körper nur in geringen Mengen gespeichert werden.  Alles, was an Kohlenhydraten  nicht verwertet wird, wird in Fett umgebaut.  Aus einem Glukosemolekül gewinnt man 34 Moleküle ATP (Adenosintriphosphat= Energie) und aus einem Fettmolekül gewinnt man 600 Moleküle ATP.

Was aber macht den Zucker so schädlich, dass er von amerikanischen Experten als den größten Killer bezeichnet wird und er auf eine Stufe mit Alkohol und Tabak gestellt wird?

Das wird durch den hohen Zuckerkonsum geschädigt. So konnte man feststellen, dass Menschen, die sich mit mehr als 25 % Zucker  ernähren, dreimal häufiger einen Herzinfarkt erleiden, als Menschen, deren Zuckeranteil an der Nahrung bei ca. 10% liegt. Innerhalb des Beobachtungszeitraumes starben fast doppelt so viele übergewichtige Diabetiker wie normalgewichtige Diabetiker. Ähnlich verhält es sich mit der Leber. Wenn Fructose in die Leber gelangt, wird sie zum größten Teil in Fett umgewandelt. Dieser Vorgang ist insulinabhängig. Dadurch wird dem Gehirn nicht signalisiert, dass bereits genügend Nahrung aufgenommen wurde. Somit kann sich kein Sättigungsgefühl einstellen. Dadurch isst man immer mehr und man nimmt zu viele Kalorien auf. Letztendlich entsteht dadurch, ähnlich wie bei Alkoholikern eine Fettleber. Diese kann sogar zu Entzündungen oder gar Hepatitis führen.(Dr. Erhard Siegel) Auch Krebs kann eine Folge von hohem  Zuckerkonsum sein. Inzwischen sind viele Wissenschaftler der Meinung, dass ein Drittel aller Krebsfälle in Europa und den USA durch moderaten Zuckerkonsum vermeidbar wären.

Dies bisher Gesagte lässt letztendlich nur einen Schluss zu: Der Zuckerverbrauch muss sinken!! Empfohlen wird eine Reduktion auf max. 25 g Zucker pro Tag.

Alternativen zu Zucker sind: Xylit, Stevia, Ahornsirup und Kokosblütenzucker.

Xylitist, der entzündungshemmende Birkenzucker und hebt den Blutzuckerspiegel kaum an. Stevia hat eine enorme Süßkraft und eignet sich besonders zum Süßen von Getränken und Desserts. Kokosblütennektar besitzt einen niedrigen glykämischen Index und belastet den Blutzuckerspiegel nur sehr wenig. Ahornsirup beeinflusst den Insulin- und Blutzuckerspiegel nicht ganz so stark wie Haushaltzucker. Weitere Zuckeraustauschstoffe sind Sorbit, Mannit und Maltit, deren Süßkraft nur halb so hoch wie Zucker ist.

Literaturempfehlungen/Links

https://www.welt.de/gesundheit/article148017029/Warum-zu-viel-Zucker-uns-dumm-macht.html 

https://www.zentrum-der-gesundheit.de/zucker.html

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