Die Kraft der Musik für die Gesundheit – Teil 1

Ausgehend von den Emotionen, die durch Musik geweckt werden, ist es von großem Interesse, welchen Einfluss sie auf unser Wohlbefinden und die Gesundheit hat. Es gibt kaum einen Menschen, der Musik nicht mag. Heute beobachte ich viele Menschen, die, sowie sie das Haus verlassen, ihr Headset im Ohr haben und Musik hören. Die Interessen und persönlichen Vorlieben dürften dabei sehr unterschiedlich sein.

 Wirkung von Musik auf den Menschen

Beim Hören von Musik kommt es zuerst darauf an, in welcher Situation man sich dabei befindet und welche Art von Musik man selbst bevorzugt.

Da ist zum ersten das Hören von Musik einfach zum Zeitvertreib, entweder, damit die Zeit schneller vergeht, oder weil man damit einen großen Genuss und positive Gefühle verbindet. So ist es zum Beispiel, wenn man ein Konzert besucht, um sich eine Sinfonie, ein Oratorium oder ein Rockkonzert anzuhören. In jedem Fall ist damit eine bewusste Freizeitgestaltung verbunden, mit dem Ziel, seine Bedürfnisse für ein künstlerisches Bedürfnis zu befriedigen.

Natürlich sind die Interessen dabei so vielfältig, wie es Menschen auf der Welt gibt. Jeder hat seinen persönlichen Geschmack und wird sich immer nur darauf einlassen, was ihm gefällt. Es gibt kein Muss, sondern immer nur ein „ich will das, weil es mir gefällt“.

Somit ist mit dem Hören von Musik die Befriedigung von Bedürfnissen verbunden.

Es gibt auch Menschen, die Musik hören, wenn sie mit bestimmten Arbeiten beschäftigt sind. Es ist durchaus so, dass man sich durch das Hören von leiser Musik im Hintergrund besser konzentrieren kann. Das kann man zum Beispiel beobachten, wenn ein Schulkind seine Hausaufgaben erledigt, oder wenn man mit dem Ausarbeiten von Plänen oder Berichten beschäftigt ist. Hierbei wird sehr oft klassische Musik, zum Beispiel Mozart, gehört, aber auch moderne angenehme Melodien können helfen, sich besser zu konzentrieren. Was man dabei hört und ob man überhaupt bei der Arbeit Musik hört, ist ganz allein auf die Persönlichkeit beschränkt. Wenn die Person bestimmte Musikrichtungen, z.B. Klassik, nicht mag, kann man damit auch nicht die Konzentration steigern.

Bei anderen Tätigkeiten, wie zum Beispiel bei manuellen Tätigkeiten wie Malen und Basteln, sind mit Sicherheit andere Rhythmen und Melodien gefragt, als bei geistiger Tätigkeit. Mit einem bestimmten Rhythmus oder Charakter der Musik geht die Arbeit besser von der Hand. Das betrifft sowohl die Konzentration als auch die Unterstützung der Arbeit an sich. Das gab es schon zu Zeiten, wo es noch kein Radio oder Plattenspieler gab. Viele Volkslieder sind bei der Arbeit entstanden, wie z.B. „Das Wandern ist des Müllers Lust“, oder „Die Leineweber haben eine saubere Zunft“, oder auch in der Oper „Sing und spiel du feines Rädchen“— Bestimmt gibt es noch viel mehr davon. Durch den Rhythmus bedingt, geht die Arbeit leichter von der Hand und man merkt auch gar nicht, wie die Zeit vergeht.

Damit fördert Musik die Konzentration und Freude an bestimmten Arbeiten.

Eine weitere Möglichkeit, Musik zu nutzen, ergibt sich in Wellness-Einrichtungen, Kosmetikinstituten oder Massagepraxen. Durch die Musik soll die Entspannung der Kunden verbessert werden, damit die durchgeführten Therapien und Anwendungen besser wirken. Dabei spielt beruhigende Musik eine große Rolle. Aber selbst, wenn man die Musik nicht in solchen Einrichtungen hört, auch ohne spezielle physische oder Wellness-Anwendungen hilft Musik sehr beim Entspannen. Die Musikindustrie hat ein ganzes Arsenal an Entspannungs- und Meditationsmusik geschaffen, die auch genutzt wird.

Es gilt besonders, dass man mit Musik entspannen kann.

Genutzt wird Entspannungsmusik auch in psychiatrischen Kliniken und Altenheimen, um eine angenehme Atmosphäre zur Entspannung zu schaffen.

Kommen wir jetzt zum Praktizieren von Musik, zuerst zum Gesang. Beim Singen ist unsere ganze Aufmerksamkeit auf den Text und auf die Melodie gerichtet. Zunächst ist die Stimme noch zittrig und vibriert. Je länger man singt, desto kräftiger oder ausdrucksvoller wird der Gesang. Die Angst tritt dabei in den Hintergrund. Letztendlich gibt uns der Gesang Sicherheit, um die Angst zu überwinden.

Singen fördert darüber hinaus die Geselligkeit und das Zusammengehörigkeitsgefühl. Das sind soziale Bedürfnisse, die uns Stärke geben und Geborgenheit. Dabei ist es egal, ob man in einem Chor singt, oder beim Wandern ein Lied angestimmt wird.

Das Gemeinschaftsgefühl wird auch durch die Hymnen der Länder oder zu bestimmten Anlässen gefördert. Hinzu kommt, dass hier auch besondere Gefühle angesprochen werden, wie Patriotismus und Liebe zum Volk, dem man angehört.

Was bewirkt das Singen noch? Singen ist für unsere Kehle und Stimmbänder aber auch für die Lunge mechanische Arbeit. Die Stimmbänder werden gekräftigt. Man lernt durch den Gesang Atemtechniken, die uns zu einer kraftvollen Stimme verhelfen. Selbst unsere Sprache oder das Sprechen selbst wird davon positiv beeinflusst. Das ist die eine Seite. Der Gesang hat aber auch eine weitere positive Eigenschaft. Er hilft feinste Partikel von den Stimmbändern durch den kräftigen Atemzug zu beseitigen. Er hat also auch eine reinigende Wirkung.

Neben dem Gesang gibt es natürlich auch noch die Instrumentalmusik. Ein Instrument zu beherrschen, egal wie gut, vermittelt dem Spielenden ein erhebendes Gefühl. Sie können sich oder Mitmenschen beim Gesang begleiten und eine noch größere Freude bereiten als beim puren Singen. Die hohe Kunst ist natürlich eine Kapelle, im einfachsten Fall ein Fanfarenzug oder ganz professionell ein Sinfonieorchester oder eine Bigband. Wer das professionell betreibt, hat in der Regel sein Hobby zum Beruf gemacht. Das ist eine der höchsten Formen der Bedürfnisbefriedigung und vermittelt den Künstlern nicht nur das Gefühl persönlichen Glücks, sondern auch für die Hörer höchsten Genuss, Zufriedenheit, Entspannung und die Erfahrung eines Gemeinschaftserlebnisses, das sehr nachhaltig den weiteren Alltag beeinflussen kann. Bewundernswert ist zum Beispiel, was Andre Rieu mit seinem Orchester für Gefühle auslöst. Da wird gelacht, getanzt, ein Gefühl der Glückseligkeit vermittelt. Und die Künstler? Sie haben genau den gleichen Spaß. Da springt ein Funke über. Das ist Glück und Freude, das entspannt und begeistert.

Eine Sache möchte ich noch erwähnen, weil ich weiß, dass die Kombination von Musik und Sport für die Gesundheit zusätzliche Effekte bringt. Beim Joggen Musik zu hören, kann beflügeln, hilft den richtigen Rhythmus beizubehalten und verstärkt durchaus Trainingseffekte. Auch in den Pausen zwischen den Wettkämpfen hören Sportler gern Musik, um sich abzulenken und sich besser auf ihren eigenen Wettkampf konzentrieren zu können. Daneben gibt es noch die echte Kombination von Sport und Musik, wie den Turniertanz und das Eiskunstlaufen. Dabei werden neben dem Wettkampfgeschehen auch Gefühle vermittelt, die Schönheit des Sports unterstrichen. Umgedreht trifft das natürlich beim Eiskunstlaufen nicht zu, weil die teilweise willkürliche Zusammenstellung der verschiedenen Stilrichtungen den Komponisten keine Ehre macht. Aber dennoch, die Gefühle, die dabei vermittelt werden, überwiegen.

Hier endet Teil 1. : Nachzulesen in meinem Buch“ Stress macht Stress“

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