Die Kraft der Musik für die Gesundheit-Teil 2

 Musik und Stressreduktion

Was sagt nun die Wissenschaft über die Musik in Bezug auf ihre Auswirkungen auf die Gesundheit.

Musik kennen alle Kulturen auf der Erde, ja sie ist für den Menschen lebensnotwendig. Sie wirkt über Emotionen, hat spirituelle und soziale Faktoren. Musik kann auch manipulieren, zum Beispiel in der Werbung oder im Film.

Studien zeigen, dass Musik das Stressniveau senken kann. Dabei wird eine sogenannte Gehirnmusik geschaffen, die mit Hilfe von Frequenz, Amplitude und Dauer von musikalischen Klängen das Gehirn aus einem gestressten Zustand in einen Zustand der Entspannung zu bringen kann. Mit dieser Musik, die von unseren eigenen Gehirnwellen geschaffen wird, kann man Schlaflosigkeit, Erschöpfung und auch Kopfschmerzen behandeln.

Die Forschung ist hier erst am Anfang. Interessanterweise hat sich bei der Studie gezeigt, dass entspannende Musik-Titel denen von Chopin ähneln, während Aufmerksamkeit durch Musik entsteht, die Mozart-Werken ähnlich ist.

 Auswirkungen von Musik auf das Gehirn

Wenn man betrachtet, welche Auswirkungen Musik auf das Gehirn hat, stellt man fest:

1.        Musik hilft uns, Stress zu reduzieren

Musik mit einem langsamen Tempo, leisen Tönen und ohne Text hat auf uns eine beruhigende Wirkung. Dabei wird das Stressniveau gesenkt und wir sind weniger nervös oder aufgeregt. So gibt es Musik, die den Cortisolspiegel im Blut senkt. Das sind insbesondere meditative Musikstücke. Die gleiche Art Musik hilft auch, Schlaflosigkeit zu bekämpfen. „Tatsächlich verändert die Musik den Herzschlag, den Blutdruck, die Atemfrequenz und die Muskelspannung des Menschen, und sie beeinflusst nachhaltig den Hormonhaushalt. Vor allem Nebenniere und Hypophyse reagieren auf Klang und Takt. Doch nicht jede Musik löst dieselben hormonellen Reaktionen aus. Ein rascher Takt und damit schnelle Musik regt das Adrenalin an, langsame, sanfte Weisen das Noradrenalin. Sanfte Musik verringert nachweislich die Ausschüttung von Stresshormonen und erhöht zugleich die Konzentration von schmerzkontrollierenden Betaendorphinen im Körper.[…] Musik entspannt, löst   Gefühle aus und setzt Emotionen frei.“(1)

Meditationsmusik wirkt durch ihre Schwingungen unmittelbar auf den Menschen. Sie wird auch als „Sprache des Herzens“ bezeichnet. Da Meditationsmusik entspannend wirken kann, beeinflusst sie nachweislich Atem, Herzschlag, Blutdruck und die Gehirnwellen positiv. Es gibt aber auch die schnelle, rhythmische Meditationsmusik. Diese wirkt eher vitalisierend und regt den Kreislauf an.

Meditationsmusik gilt es dabei von Entspannungsmusik zu unterscheiden. Entspannungsmusik ist Musik, die im Hintergrund einen ruhigen Klang und eine entspannende Wohlfühlwirkung entfaltet. Sie wird überall dort eingesetzt, wo man Entspannung anstrebt. z. B. beim Meditieren, Massagen, Wellness-Behandlungen oder im privaten Bereich in der Freizeit.

Mit der Entspannung kommt es im Körper zum Stressabbau. Die schmerzstillende und beruhigende Musik hat sich auch bei Patienten bewährt, die sich einem chirurgischen Eingriff unterziehen werden. Dies kann an der Fähigkeit der Musik liegen, den Gemütszustand zu verändern oder für Ablenkung zu sorgen.  Der Mechanismus zur schmerzlindernden Wirkung von Musik ist nicht endgültig geklärt. Vermutlich ist jedoch das Gehirn fähig, mithilfe von Musik körpereigene Opioide, wie Endorphin, erzeugen zu können. (2)

2.        Musik kann Belohnungskreisläufe des Gehirns aktivieren.

Das Belohnungssystem des Menschen dient entwicklungsgeschichtlich gesehen zu dem System, das hilft, unsere Grundbedürfnisse zu befriedigen, so wie wir es vom Essen, Sex und Zuneigung her kennen. Es ist inzwischen erwiesen, dass Musik über das limbische System den Belohnungskreislauf ebenso in Gang setzt, wie andere Reize. Die Wirkung erfolgt dabei in den Zonen des Gehirns, in denen Dopamin freigesetzt wird und die mit Lust und Vergnügen verbunden sind.

3.        Musik steigert die Konzentrationsfähigkeit und die Wachheit des Gehirns

Wissenschaftlich belegt ist, dass Musik die Konzentrationsfähigkeit steigert. So hat die Universität Standford in einer Studie gefunden, dass uns die Musik dabei hilft, aufmerksamer zu sein. Als besonders nützlich für das Gehirn wurde dabei Musik des Komponisten William Boyce (1711-1779) im Barockstil bewertet. Hören sie doch mal rein in die Symphonie Nr. 5 in D Major, variieren die Lautstärke und beobachten, welche Gefühle diese Musik bei ihnen weckt.

4.        Weiterhin hat Musik auch einen großen Einfluss auf unsere Gefühle und unseren Gemütszustand.

So konnte in einer Studie festgestellt werden, dass das Hören von klassischer Musik und New-Age-Musik die Erschöpfung, Traurigkeit und Anspannung verringert. New Age Musik wird manchmal mit Meditationsmusik gleichgesetzt. Im weiteren Sinne kann man darunter jede Form melodischer elektronischer Musik verstehen. Diesen Musikstil verkörpern solche bekannten Künstler, wie Jean Michel Jarre, Vangelis und die Band Tangerine Dream. Die Band Tangerine Dream bekam in den 1990er Jahren sogar eine Grammy-Nominierung in der Kategorie „New Age“.(3)

Nur Musik, die uns gefällt, kann einen positiven Gefühlszustand bewirken. Das ist unabhängig von dem Musikgenre. Dies trifft jedoch nicht auf Grunge-Musik(4) zu. Durch diese Musik werden eher Feindlichkeit und Anspannung gefördert und gleichzeitig Entspannung, Motivation und geistige Klarheit reduziert. 

5.        Musik hilft, unsere kognitiven Leistungen zu verbessern

So hat man Untersuchungen(5)6 durchgeführt, wobei Personen „Die 4 Jahreszeiten“ von Vivaldi zu hören bekamen. Dabei konnte festgestellt werden, dass beim Anhören des Satzes „Der Frühling“ die Aufmerksamkeit stark zunahm. Das zeigten zerebrale Messungen. Beim Anhören des Satzes der „Herbst“ verschlechterten sich die Punktzahlen der kognitiven Tests. Weiterhin wurde beobachtet, dass „Der Frühling“ auch Gehirnzonen aktivierte, die für unsere Gefühle zuständig sind. Eine Begründung dafür könnte sein, dass diese Musik auch häufig in der Werbung genutzt wird. Der Wiedererkennungswert scheint mit dafür verantwortlich zu sein.

6.        Es gibt einen Zusammenhang zwischen Musik und visueller Wahrnehmung(6)

So konnte zum Beispiel in einer Studie der Universität Groningen festgestellt werden, dass man beim Hören trauriger Musik eher geneigt ist Gesichtsausdrücke anderer Personen als traurig zu interpretieren. Im Gegensatz dazu scheinen die Gesichtsausdrücke beim Hören fröhlicher Musik auch fröhlicher. Somit hat Musik nicht nur einen Einfluss auf unseren Gemütszustand, sondern verändert auch die Wahrnehmung.

7.        Unser Musikgeschmack offenbart auch etwas über unsere Persönlichkeit

Es ist mit Sicherheit einleuchtend, dass unsere musikalischen Vorlieben von unserer Persönlichkeit abhängen. So zeigte eine Studie, die bei Jugendlichen durchgeführt wurde, dass Personen, die laute Musik (Heavy Metall, Rock …) bevorzugen, eher unabhängig oder individualistisch sind. Das kann auch ein geringes Selbstwertgefühl bedeuten. Oft fehlt diesen Menschen die Verbindung zu anderen. Dagegen versuchen Personen, die leichte Musik bevorzugen, das Richtige zu machen und ihre Gefühle zu verdecken. Es bereitet ihnen Schwierigkeiten ein Gleichgewicht zwischen ihrer Unabhängigkeit und der Abhängigkeit von Gleichaltrigen herzustellen. Jugendliche mit unterschiedlichen Vorlieben, die nicht auf eine Richtung festgelegt sind, haben die wenigsten Probleme in ihrer Jugend und leben konfliktfreier. Dies sind nur zwei Beispiele, es gibt noch weitere. So wurde in Studien festgestellt, dass das bevorzugte Hören von Rockmusik eine geringere Gewissenhaftigkeit und höhere Offenheit charakterisiert .

Nachzulesen in meinem Buch: „Stress macht Stress“

Literatur

  1. https://blog.cognifit.com/de/musik-und-gehirn/  Musik und Gehirn: Entdecke die Macht der Musik von Yana Kahl, 2. September 2016
  2. https://www.focus.de/gesundheit/arzt-klinik/klinik/tid-32132/forschung-und-technik-medizin-musik-kann-heilen-auch-gegen-koerperlichen-schmerz-kann-musik-helfen_aid_1030752.html Von Edith Luschmann 02.07.2013
  3. http://deacademic.com/dic.nsf/dewiki/1014744, 2017
  4. https://www.indiepedia.de/index.php/Grunge, 10.05.2013
  5. http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/wie-beeinflusst-musik-die-geistige-leistungsfahigkeit/ von Dr. Shaw und Mitarbeiter, 04.05.2013
  6. https://www.wissenschaft.de/umwelt-natur/wie-musik-die-augen-oeffnet/ von David Soto, 25.03.2009

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