Die Kraft der Musik für die Gesundheit-Teil 3

Der Nutzen der Musik für die Gesundheit

Der konkrete Nutzen der Musik für die Gesundheit liegt in erster Linie darin, Stress zu reduzieren, Entspannung, Konzentration und Wachheit zu verbessern sowie kognitive Prozesse zu unterstützen. Das ist aber nicht alles. Musik kann auch direkt Heilungsprozesse unterstützen. Das liegt daran, dass Musik in der Lage ist, die Fähigkeit unseres Gehirns zur Anpassung anzuregen. Das nennt man Unterstützung der Neuroplastizität. Diese ist insbesondere dann wichtig, wenn zum Beispiel jemand einen Schlaganfall erlitten hatte. Wegen der guten Neuroplastizität können gesunde Regionen des Gehirns Aufgaben der gestörten Regionen übernehmen. Das bewusste Hören von Musik kann diesen Effekt gut unterstützen.

Wie Untersuchungen gezeigt haben, ist Musizieren bestens geeignet die Hirnaktivität anzuregen. So werden durch das Zusammenspiel von Bewegen, Hören und Planen bei Menschen, die ein Instrument spielen, mehrere Hirnregionen gleichzeitig beansprucht. Interessant ist an dieser Stelle auch die sogenannte Sonifikationstherapie.1 Mittels Sensoren an Armen oder Beinen werden dabei Bewegungen vertont. Dies soll Patienten effektiv unterstützen, bestimmte Abläufe neu zu erlernen. Bei einem Sprachverlust kann  Musik helfen, durch Singen den Zugriff auf die Sprache wieder Stück für Stück zu ermöglichen.

Darüber hinaus ist die Musiktherapie heute in der Medizin eine anerkannte Heilmethode. Sie hilft bei der Wiederherstellung psychischer und körperlicher Gesundheit. So gelingt es mithilfe der Musiktherapie bei Schlaganfall- und Parkinson-Patienten die Grobmotorik und Mobilität zu verbessern. Gute Erfahrungen gibt es für die Musiktherapie bei Patienten mit Essstörungen, Angststörungen, Somatisierungsstörungen und bei Menschen, die unter Depressionen leiden. Therapeutische Erfolge zeigt der Einsatz von Musik auch bei Bluthochdruck. In der Musiktherapie spielt die Musik der Komponisten Bach, Händel und Mozart immer wieder eine große Rolle. Und es ist immer wieder Instrumentalmusik, ruhig und ohne abrupte Wechsel, die sehr wirkungsvoll speziell für die Senkung des Blutdrucks große Bedeutung hat.

Auch das Erlernen eines Musikinstruments hat bei der Heilung von Krankheiten Bedeutung. Es werden Koordination und Emotionen gefördert, Glücksgefühle entstehen und die Patienten werden entspannter. Musizieren fördert die Gesundheit und Lebensfreude. Dabei spielt es keine Rolle, in welchem Alter man ein Instrument erlernt. Auch für Demenzkranke hat Musik eine große Bedeutung. Die Gefühle werden angesprochen und es ist erstaunlich, an was sich Demenzkranke alles erinnern, wenn sie singen. Weil sie mitsingen, erfahren sie ein Glücksgefühl, das sehr wichtig für ihre psychische Stabilität ist.

Besonders für Kinder ist es sinnvoll, sie frühzeitig an Musik heranzuführen.  Es ist nicht nur eine Freizeitaktivität. Durch die komplexen Tätigkeiten wird, wie gezeigt, die Neuroplastizität des Gehirns verbessert. Hiermit werden Lernprozesse effektiver. Auch können immer wiederkehrende Lieder Schreikinder beruhigen.

Die Beschäftigung mit Musik hat nur einen negativen Punkt: Durch das Hören von zu lauter Musik können Hörschäden verursacht werden. Leider wird dieser Fakt gerade auf Partys, großen Volksfesten und auch bei Fans der Techno Musik kaum beherzigt. Dennoch überwiegen die Vorteile von Musik in Bezug auf Stress. In den folgenden Jahren wird die Musik in der Medizin ein noch größeres wissenschaftliches Interesse haben. Die Wissenschaft wird weitere Erkenntnisse gewinnen, die uns befähigen werden, Musik zur Förderung unserer kognitiven Fähigkeiten, für schnellere Genesung bei verschiedenen Krankheiten und zur Entspannung zu nutzen. Musik bleibt bei Heilungsprozessen nebenwirkungsfrei und wird zudem gern gehört. Von welcher Pille kann man das schon behaupten?

Nachzulesen in meinem Buch: „Stress macht Stress“

Literatur

  1. https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Musik-macht-gesund,musik598.html,  von Dr. Daniel Schulz, 25.06.2018

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